
Das Schmücken der Häuser zählt auf den Britischen Inseln wie auf dem Kontinent zu den klassischen Vorbereitungen, die die winterliche Festtagsperiode vom Alltag trennen. Fraglos haben sich in den letzten Jahrzehnten der Geschmack und die Vorlieben der Dekorationsartikel den Moden entsprechend gewandelt. Doch es gibt sie in britischen Häusern immer noch, die geduldig aus Buntpapier selbst gebastelten Girlanden, die kreuz und quer im Haus aufgehängt werden, um Treppengeländer geschwungen, rings um Türrahmen befestigt und hierzulande weit eher mit dem Fasching in Verbindung gebracht werden. Sie vermitteln eine Retro-Look und waren vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sehr populär. Inzwischen lassen sich Girlanden jeder Farbe und Materialart natürlich längst im Fachhandel erwerben.
Auffallend in der traditionellen Farbwahl sind die Vorlieben für Rot und Grün, die „holly and ivy“, also jene Farben, die die Pflanzen Stechpalme und Efeu symbolisieren. Wer besonders an Eingängen Stechpalmen und Efeu befestigt, stimmt Feen und Geister freundlich und bietet ihnen ein Heim. Die Stechpalme ist regelrecht der Inbegriff des Schutzes vor dem Bösen und so verwundert es kaum, das Harry Potters Zauberstab aus deren Holz ist. An Außentüren werden mit Vorliebe reichlich geschmückte Kränze aufgehängt, deren Beliebtheit längst auch in deutschsprachigen Regionen zu beobachten ist.
Um die Wartezeit zu verschönern, werden fleißig „Christmas Cards“ verschickt, entgegengenommen und dekorativ an langen Schnüren über dem Kamin aufgehängt respektive auf dem Kaminsims präsentiert. Bei der beeindruckend großen Auswahl von Weihnachtspostkarten mag man gerne glauben, dass diese in England erfunden wurde. Werden heutzutage auch bereits viele elektronische Weihnachtskarten versendet, die zudem musikalische sowie mit bewegten Bildern ausgestattete Grüße übermitteln, scheint es in so mancher Familie nach wie vor einen heimlichen Wettkampf um die Anzahl der empfangenen Festtagsgrüße zu geben.
Desgleichen breitet sich auf Straßen und Plätzen, in Kirchen und Institutionen die fröhlich-festliche Stimmung aus, da Gruppen von Carol Singers von Haus zu Haus ziehen und ihre Zuhörerschaft mit seit langer Zeit überlieferten Liedern erfreuen und zugleich Geld für karitative Zwecke sammeln.