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Come into the Garden, Cook!

Die floristische Gestalterin und leidenschaftliche Gärtnerin Constance Spry (1886-1960) war zugleich eine ausgezeichnete Köchin. »Gemüse könne die Nahrung der Götter sein«, meinte sie enthusiastisch und lehrte die Briten während des Zweiten Weltkrieges den Anbau und die Verarbeitung von Gemüse. Trotz der angespannten Situation bemühte sie sich um eine positive und fantasievolle Herangehensweise an das Thema. Im Auftrag des Ministeriums für Information reiste sie durch das Land und hielt Vorträge vor Frauen, die im militärischen Dienst sowie in Fabriken arbeiteten. Dies geschah in erster Linie, um die Menschen aufzumuntern, to lift people’s spirits, wie es in der zeitgenössischen Sprache hieß. Viele Frauen waren an ihren Informationen interessiert und so erreichten Constance Spry noch Jahre nach dem Krieg Briefe voller Worte des Dankes.

Noch mitten im Krieg verfasste sie ein Buch zu diesem Thema, dessen Titel ihr lebensbejahendes Motto aufnimmt: Come into the Garden, Cook (1942). Es war ein unmittelbarer Erfolg und hatte großen Anteil daran, die Verarbeitung von Gemüse in der Küche populärer zu machen. In dieser Zeit verwandelten sich zahlreiche Blumenbeete in Gemüseacker. »Der Verzicht auf Blumen, um Platz für Gemüse zu schaffen, ist nicht nur ein Kriegsopfer, es sei denn, man tut es widerwillig«, schreibt sie. »Wenn Sie Ihr Bedauern hinter sich lassen, empfinden Sie vielleicht unerwartete Freuden am Gemüseanbau. Gewiss, die Planung und Pflege eines Gemüsegartens erfordert Geschmack, Fantasie und Weitsicht. Abgesehen von der Befriedigung, Lebensmittel zu liefern, und zwar sehr gute, kann man aus einem Gemüsegarten etwas sehr Angenehmes für das Auge machen, sogar für einen guten Teil des Winters.«

Die erfolgreiche Blumenkünstlerin führte ihr Weg zum wiederholten Male in den Garten, der sich im wahrsten Sinne des Wortes als Hilfe zum Überleben anbot. Denn bereits in ihren floristischen Kreationen waren seit den 1920er Jahren Kohlblätter, Mangold, Fenchel, Erdbeerblätter neben Rosen, Lilien und anderen beliebten Blüten zu entdecken. Darüber hinaus schätze sie die motivierende Kraft der Arbeit mit der Natur. »Blumen zu züchten« und »zwischen Pflanzen und Erde zu arbeiten« bringe, wie sie betont, »eine starke und unnennbare Befriedigung mit sich« und sei »ein Heilmittel für zerrissene Nerven«.

Blumen und Gemüse Seite an Seite im Beet – was für eine wunderbare Idee und vielleicht eine Inspiration bei der aktuellen Gartenplanung. Warum eigentlich nicht auch in der Vase?

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