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Fürstinnen und ihre Gärten: Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz (9)

In Kew Gardens gibt es eine herrlich verwilderte Ecke, in der im Frühjahr die Bluebells wie ein blauer Blütenteppich das Unterholz schmücken. Etwas versteckt, liegt dort das Queen Charlotte’s Cottage, meist nur Queen Cottage genannt. Es ist ein reetgedeckter Backsteinbau mit englischem Fachwerkgerüst. Einst gehörte es einer großen Gartenfreundin, der Königin Charlotte, Ehefrau von König Georg III. Dass sie einmal Königin eines bedeutenden Königreiches werden sollte, war bei ihrer Geburt in dem weit entfernten Mirow im Fürstentum Mecklenburg-Strelitz kaum zu ahnen gewesen.

„The German story“ oder: „Wie das Glück eintraf“, klingt fast wie ein Märchen. Die mecklenburgische Prinzessin Sophie Charlotte hatte wahrlich geringe Aussichten auf eine gute Partie. Das Herzogtum war klein, die Einnahmen bescheiden. Um der Fürstentochter die Zukunft zu sichern, war ein Platz in einem Damenstift gesichert.

Als eines Tages das junge Mädchen mit einer Freundin im Schlossgarten von Mirow saß, und beide über die Zukunft und das Heiraten nachdachten, fragte die Prinzessin traurig: „Wer wird eine arme Prinzessin wie mich nehmen wollen?“ In diesem Moment erklang das Posthorn am Tor. Die Freundin lachte und meinte scherzend: „Seht, hier kommt der Bewerber.“ Wahrhaftig, es war Colonel David Graeme mit dem Heiratsantrag des englischen Königs.

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