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Wohin führt die Englandgartenreise in diesem Jahr?


Nun gut. Der Frühling lässt auf sich warten, doch die Reiseplanungen für dieses Jahr sind längst abgeschlossen. Natürlich geht es auch wieder nach England auf Gartenreise zu sehenswerten historischen Gärten.

Wie immer beginnt die Reise in London. Wie beim letzten Mal führt der erste Weg nach der Ankunft nach Chiswick. Dieser Garten stimmt wunderbar auf die Reise ein, ist nicht zu groß und im Gartencafé lässt es sich ein erstes Mal innehalten. Das Gefühl anzukommen, braucht schließlich immer etwas Zeit.  Der heute jedem offen stehende Garten ist das Werk von Richard Boyle, 3. Earl of Lord Burlington, und dem Maler William Kent, der sich zu einem der frühen Vertreter des neuen Stils der Gartengestaltung entwickelte. Der Garten hat große Veränderungen hinter sich und präsentiert sich inzwischen wieder als spannendes Kapitel der Gartengeschichte. Das Besondere sind die formalen Partien im Zentrum des Gartens, verbunden mit den an der Peripherie gelegenen und der Natur nachempfundene Bereichen.

Weiter geht es nun nach Oxford, das für die nächsten Tage das Quartier bereiten wird. Selbstverständlich braucht es Zeit, um sich Oxford zu widmen. So steht der Besuch des Botanischen Gartens auf dem Programm.  Gegründet im Jahre 1621 ist er der älteste botanische Garten Großbritanniens.

Wer in Oxford ist, muss ganz einfach den knapp eine halbe Autostunde entfernten Blenheim Palace mit seinen berühmten Gärten besuchen. Ein großer Sieg im Spanischen Erbfolgekrieg bei Höchstedt, ein Geschenk und die Geschichte der Marlboroughs. Im Übrigen ist Winston Churchill dort geboren und hat sich an diesem historischen Ort auch verlobt – nach seinen Worten, zwei der wichtigsten Entscheidungen, die er je traf. Der Landschaftsgarten ist ein Werk des berühmten Landschaftsarchitekten Lancelot Brown, der meinte, einen Garten müsse man mit den Empfindungen eines Dichters und den Augen eines Malers anlegen. Das kann jeder Betrachter an diesem Ort verstehen.

Der nächste Tag widmet sich dem Garten von Rousham, der etwa zwölf Meilen  nördlich von Oxford entfernt liegt. Das ist interessanter Weise der Lieblingsgarten des  Gärtners, Autors und Gartenreisenden Monty Don, der die weltweit schönsten Gärten im Fernsehen vorstellt. Angelegt wurde dieser Garten von William Kent in der besagten ersten Phase der Landschaftsgartengestaltung. Das macht ihn so sehenswert. Zumal die heutigen Besitzer ganz unkompliziert mit dem Kunstwerk umgehen. So präsentiert es sich nahezu wie im 18. Jahrhundert und verfügt nicht über die obligaten Tearooms.  William Kent war stark von dem Dichter Alexander Pope beeinflusst und platzierte Statuen, Tempel und Pavillons in den von ihm gestalteten Gärten. Er schuf „begehbare Bilder“, ganz im Sinne Popes, der die Ansicht vertrat, Gartenkunst sei wie Landschaftsmalerei, wie eine Landschaft, die man aufhängt.

Ein neuer Tag, ein neuer Garten und zwar der in Buckinghamshire gelegene Garten von Stowe. Hier haben alle wichtigen Gestalter des 18. Jahrhunderts gewirkt. In seiner heutigen Ausdrucksform präsentiert er sich als ein Werk von Lancelot Brown. Einst war er der Lieblingsgarten des Dichters Alexander Pope. Pope gestaltete zusammen mit dem  Landschaftsgärtner Charles Bridgeman seinen Garten in Twickenham an der Themse. Was auf relativ überschaubarer Grundfläche im Garten des Poeten entstand, wurde zum Prototyp des symbolischen Gartens. Pope war es auch, der Queen Caroline noch vor ihrer Thronbesteigung mit den neuen Ideen dessen bekannt machte, was der Englische Landschaftsgarten werden sollte. 1742 wurde für die interessierten Spaziergänger ein Gartenführer über Stowe gedruckt, der der erste je gedruckte Gartenführer war. Damit spielte dieser Garten bei der Wahrnehmung und Verbreitung der Mode des Englischen Landschaftsgartens ein große Rolle. Gartenhistoriker sprechen sogar davon, dass Stowe für den Englischen Garten das war, was Versailles für den Französischen Garten bedeutet hat.

Nun geht es zurück nach London. Bevor es endgültig nach Hause geht, bleibt noch etwas Zeit für einen Spaziergang in Richmond. Queen Karoline richtete sich im frühen 18. Jahrhundert mit Richmond Lodge eine Sommerresidenz im Alten Park des einstiges Schlosses Richmond ein. Sie engagierte zur Gestaltung ihres Gartens Charles Bridgeman und William Kent. Die Zeitgenossen erfreuten sich dort an zwei bemerkenswerten Gartenbauten, der „Hermitage“ und einer Grotte, die als „Merlin’s Cave“ berühmt wurde.
Auf einer zum Wasser ausgerichteten Terrasse des Sommersitzes tranken später ihr Enkelsohn König Georg III. und seine Frau Sophie Charlotte Tee oder Kaffee, denn die aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz stammende Königin bevorzugte Letzteren.
Das gartenverliebte Königspaar vertraute schließlich Lancelot Brown die Umgestaltung des Geländes an. Er überformte fast vollständig die bestehenden Strukturen und Gartenbauten seiner Vorgänger und kreierte eine bis ans Ufer der Themse reichende Landschaft von anmutiger Natürlichkeit. Sein Gegner und Kritiker William Chambers, der gefeierte Experte für chinesische Architektur und Möbel seiner Zeit, nannte ihn daraufhin den „Zerstörer Richmonds“.
Bei einem Tee ließe sich nun auch die Gartenreise stilvoll abschließen. Gerne auch mit einem Kaffee.

 

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4 Antworten zu “Wohin führt die Englandgartenreise in diesem Jahr?”

  1. Editha Weber sagt:

    Na wunderbar. Dann kann es ja losgehen.

  2. Waltraut Ulrich sagt:

    Ich komme mit auf Gartentour nach England.
    Es wird ganz bestimmt wieder ein tolles Erlebnis. Freue mich schon.

  3. Editha Weber sagt:

    Ja, ich freue mich auch schon auf diese Reise. Ende August geht`s los. Ich werde auf jeden Fall berichten. Liebe Grüße zurück, Editha

  4. Theresia Freiding sagt:

    Grüß Dich Liebe Editha! Sehr dichtes Programm. Wann gehs denn los? Freue mich schon über deinen Bericht nach der Reise. Wird sicher interessant zum lesen. Wünsche Dir jetzt schon eine Gute Reise. Bis bald, Liebe Grüße Resi.

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