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Eine Gartenbank von Edwin Lutyens

 

Wenn der Frühling naturgemäß auf sich warten lässt, vertreibt das Blättern in Gartenzeitschriften und Katalogen die Zeit. Auch Fotos vom eigenen Garten oder all den prächtigen Schönheiten auf vergangenen Gartenreisen verführen zum Schwärmen und Planen. Was fehlt noch im Garten? Pflanzen, Sträucher, Gartenskulpturen? Oder eine Bank? Passend zu Ausmaß und Lage des eigenen Gartenparadieses sollte es schon sein.

Denn wie kommentierte schon Vita Sackville-West bezüglich der ambitionierten Gestaltungsideen von Leonard Woolf, Autor und Ehemann Virginia Woolfs, im Garten von Monk`s House: “Man kann Versailles nicht auf 1000 Quadratmetern in Sussex nachbauen, es geht einfach nicht.”
Anderen Überlieferungen zufolge stammen diese kritischen Worte allerdings von der Schriftstellerin Virginia Woolf selbst, die zusammen mit ihrem Mann 1919 das kleine Landhaus mit Garten ersteigerte, dort Augenblicke der Ruhe und Kraft für ihre Arbeit fand und deren Urne unter einer Ulme im Garten beigesetzt wurde.

Wie wäre es mit einer Bank? Einer schönen Gartenbank, wie sie in vielen liebevoll und vor allem im englischen Landhausstil gestalteten Gärten zu sehen ist. Einladend steht sie meist an schattigen Plätzen, umrankt von Rosen oder vor alten Mauern.
Mit hoher, geschwungener Lehne, ein bisschen romantisch, ein wenig barock. Genau das richtige für fast jeden noch so kleinen Gartentraum.

Soll nicht im Garten von Sissinghurst Castle, den einst Vita Sackville-West und ihr Mann Harold Nicolson geplant und bepflanzt haben, so eine herrliche Gartenbank stehen?

 

Die Gartenbank wurde von dem berühmten Architekten Edwin Lutyens (1869-1944) im frühen 20. Jahrhundert entworfen. Vielen Gartenliebhabern wird er an der Seite von Gertrude Jekyll (1843-1932) bekannt sein. Zusammen entwarf und gestaltete das ungleiche Paar etwa 100 Landhäuser mit Garten vor allem in England. Für beide bildeten Haus und Garten eine Einheit, verbunden durch heimischen Stein, Holz, Wasser, Pflanzen, errichtet mit traditioneller Handwerkstechnik. Auf einander bezogen, ineinander übergehend.

Für den architektonischen Garten galt zu ihrer Zeit und darüber hinaus: “A Lutyens house with a Jekyll garden”. Beide hatten sich auf einer Teegesellschaft in den späten 1880er Jahren kennen gelernt. Sie war Mitte 40 und bereits eine etablierte Künstlerin, er war gerade 19 Jahre alt, ein hochbegabter, junger Architekt. Munstead Wood, Haus und Garten Gertrude Jekylls, wurde ihre erste gemeinsame Arbeit.

Auch wenn viele dieser von beiden geschaffenen Gesamtkunstwerke heute überbaut, verloren und verändert sind, mag die beliebte Gartenbank das Interesse an der Geschichte ihrer Zusammenarbeit wecken – und zum Ausruhen und Genießen des Augenblicks im Garten einladen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Auf Reisen, Frauen und Gärten | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

4 Antworten zu “Eine Gartenbank von Edwin Lutyens”

  1. Editha Weber sagt:

    Ja, das kann ich gut verstehen. Viel Freude beim Aufstellen! Hoffentlich kommen Sie auch dazu, darauf zu sitzen. Liebe Grüße, EW

  2. Anna Häusler sagt:

    Die Bank muss ich haben. Ich weiß auch schon, wo der Platz im Garten sein wird.
    Danke für den Beitrag.

  3. Editha Weber sagt:

    Ja, ein Schmuck für nahezu jeden Garten. Liebe Grüße, Editha

  4. Theresia Freiding sagt:

    Liebe Editha! Du hast recht, wirklich eine schöne Gartenbank

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