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Fürstinnen und ihre Gärten: Henriette Catharina von Oranien (6)

Wenige Kilometer von der Autobahn A9 zwischen Leipzig/Halle und Berlin entfernt, führt ein Abzweig Richtung Oranienbaum. Da schlummert ein kulturhistorischer Schatz: Schloss und Garten samt Stadt und Kirche. Auf dem Markt in Sichtachse zum Schloss erzählt das Denkmal mit dem Orangenbäumchen bereits, wem dies städtebauliche Kunstwerk zu verdanken sei, zumindest im Impuls: denen von Oranien, genauer das Haus Oranien-Nassau.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Vier Töchter, jeweils verheiratet mit deutschen Fürsten, kultivierten ihre neuen Lebensorte mit niederländischem Geschmack, förderten Gartenkunst, Residenzkultur und unterstützten darüber hinaus mancherorts den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die nach ihnen benannten Wohnsitze erinnern bis heute an ihren Einfluss. Im nördlich von Berlin gelegenen Schloss Oranienburg residierte die älteste Tochter Louise Henriette. Sie war die erste Frau des Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, und Mutter von Erbprinz Friedrich. Schloss Oranienbaum, die Residenz ihrer jüngeren Schwester Henriette Catharina, Fürstin von Anhalt-Dessau, bewahrte vieles vom Charme der Entstehungszeit. Schloss Oranienstein bei Diez an der Lahn gehörte einst Albertine Agnes, Fürstin von Nassau-Diez, verlor jedoch seinen ursprünglichen Charakter. Das Schloss der jüngsten Schwester Marie Henriette, Pfalzgräfin von Simmern, trug den Namen Oranienhof und wurde bereits 1689 zerstört.

Oranienbaum in Sachsen-Anhalt, das einstige Sommerdomizil von Henriette Catharina, Vorfahrin des gartenbegeisterten Wörlitz-Schöpfers Vater Franz, präsentiert mit Schloss, Schlossgarten und einer prachtvollen Orangerie meisterhaft, was die europäische Hof- und Gartenkultur hervorbrachte. In der Tat lässt es sich als „ein kleines Stück Holland“ bezeichnen.

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