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Die Reisesaison beginnt. Zu den Schlössern an die Loire

 

Die Gartenreise-Saison wird eröffnet. Denn mit dem Frühling kam das Fernweh. Dabei geht die erste Gartenreise in diesem Jahr nicht nach England, sondern führt ins Tal der Loire mit einem Zwischenstopp im Süden von Paris.

Schließlich führte der Weg der europäischen Gartenkultur von Italien nach Frankreich, das bis heute über herrliche Schlösser samt Gartenanlagen verfügt. Einst verbreiteten sich die Nachrichten von den Verlockungen italienischer Renaissance-Gärten durch junge Adlige und reisende Gelehrte rasch in den nördlich der Alpen gelegenen Regionen.  Diverse Kriege, die die mächtigen italienischen Stadtstaaten abwechselnd mit den französischen Königen oder den Habsburgern führten, trugen ebenfalls dazu bei, italienischen Stil und Geschmack einzuführen. Dieser verwandelte letztlich die Schlösser an der Loire und nahe von Paris. Wir reisen auf den Spuren dieser Kulturleistung. Acht Tage lang.

Die Tour beginnt mit den Schlössern Fontainebleau und Vaux le Vicomte, die auf ganz unterschiedliche Weise wichtige Phasen der französischen Kunst und Gartenkultur verkörpern. Trotz zahlreicher Veränderungen und Umgestaltungen erinnert Schloss Fontainebleau, das etwa 60 Kilometer südlich von Paris steht, natürlich an den ambitionierten König Franz I. Ganz im neuen italienischen Stil ließ er Schloss und Garten ausstatten und wohl schon sehr früh den italienischen Grottenstil nachahmen.

Demgegenüber erweist sich Vaux le Vicomte, etwa 55 Kilometer südöstlich von Paris, als Auftakt zu den ambitionierten Gartenträumen des Sonnenkönigs. Das Ensemble erinnert zweifellos an das schicksalhafte Gartenfest seines Finanzministers Fouquet im Sommer 1661. Mit Vaux-le-Vicomte mag den Künstlern Louis Le Vau, André Le Nôtre und Charles Le Brun eines dieser selten erreichten Gesamtkunstwerke von Schönheit, Proportion und Eleganz geglückt sein, das wirkungsmächtig eine neue Ausdruckform erschuf und als eine Art Vorbild für Versailles gelten kann.

Die nun folgenden Tage werden sich ganz den Schönheiten im Tal der Loire widmen. Von der Stadt Tours aus starten wir täglich zu unseren Ausflügen in die Region. Auf dem Programm stehen natürlich die Klassiker: die Schlösser Chambord, Blois, Cheverny, Valencay, das über dem Fluss thronende Amboise und das verträumte Wasserschloss Azay le Rideau. Auf augenfällige Weise verbinden sie durch Architektur, Gemälde, Mobiliar und Gärten mit der Geschichte Frankreichs.

Besondere Höhepunkte sind die Besuche der Schlösser Chaumont und Chenonceau, die in Stein gehauen und in die Landschaft geschrieben die Konkurrenz zwischen der mächtigen Gartenliebhaberin Katharina de’ Medici und der Geliebten ihres Mannes, der schönen Diane de Poitiers, erzählen. Es wird also schön und spannend. Denn nach dem plötzlichen Tod König Heinrichs II. zwang Katharina de‘ Medici ihre Konkurrentin ihr im Tausch mit Schloss Chaumont das Schloss Chenonceau zu überlassen.
Auf den Grundmauern einer alten Mühle errichtet, liegt das reizvolle Schloss unmittelbar am Cher, einem Nebenfluss der Loire. Als „château des dames“, als Schloss der Damen, ging Chenonceau in die Geschichte ein. Von der ursprünglichen Pracht der außergewöhnlichen Gartenanlage erhielt sich leider nur ein vager Glanz. Umso fantasievoller präsentieren sich die Gärten von Schloss Villandry, die noch einmal an die italienisch inspirierte Renaissancekultur erinnern. Also ein herrlicher Abschluss für die erste Gartenreise der Saison.

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