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Buchtipp. Von Gartenträumen und Rosenkaiserinnen

 

 

Zarte Rosen, filigrane Efeuranken, leuchtende Veilchen – blühen, umranken, verschönern Bildnisse, Tafelaufsätze, Vorhänge, dekorieren Tabaksdosen, Ohrgehänge und Kerzenhalter. Ganze Räume großer und kleiner Schlösser verwandeln Palmen, Orchideen und opulente Blumenbouquets fast in Gartenpavillons oder Laubengänge. Liebe zum Garten, Schönheitssinn und die Verpflichtung zur Repräsentation von Macht und Herrschaft haben all jene hochadeligen weiblichen und männlichen Besitzer und Bewohner preussischer Schlösser veranlasst, Künstler, Kunsthandwerker und Gärtner zu beauftragen, fantasiereiche Stoffe, Gemälde und Tafelservice zu kreieren. Wenn auch viele dieser Kostbarkeiten längst verloren sind, so ist noch heute an vielen Orten Mannigfaltiges zu bestaunen und zu bewundern. Es zu erkennen, erfordert neben dem speziellen Interesse an der Thematik natürlich Zeit, vielleicht manchmal etwas Geduld und allenthalben ein gutes Auge.

Ein hervorragender Begleiter wäre gewiss der von Rudolf G. Scharmann verfasste Band „Von Gartenträumen und Rosenkaiserinnen. Blumenkunst und Pflanzensymbolik in preussischen Schlössern“. Bekannt ist Rudolf G. Scharmann bereits als Autor von Darstellungen über König Friedrich II. und Königin Luise von Preußen. Sein umfangreiches Wissen über die Dynastie der Hohenzollern, ihre Sommerschlösser und Residenzen in und um Berlin, aber auch seine Kenntnisse über Botanik und Pflanzensymbolik verknüpft er auf fesselnde Weise in dem 120 Seiten umfassenden, im Format eines Katalogs und mit 150 Abbildung versehenen Werk. An der Seite des versierten Fachmanns spaziert der geneigte Leser von Schloss zu Schloss, durchstreift Suiten wie Jahrhunderte, versenkt den Blick in Details und verweilt vor großformatigen Porträts, Seidentapeten oder vor zerbrechlichen Porzellantellern.

In sieben Kapiteln präsentiert der Autor Residenzen der Hohenzollern, die beginnend im Barock bis zum Ende der Monarchie durch repräsentative Gärten umgeben und deren Innenräume auf vielfältige Weise in floralen Formen gestaltetet wurden. So wandeln die Leser durch die Schlösser Oranienburg, Caputh, Charlottenburg, besuchen die aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammenden Sommerrefugien in und um den Garten von Sanssouci, würdigen Paretz oder die Pfaueninsel. Wie im Spaziergang an der Seite der einst hier weilenden Damen und Herren betrachtet der Autor zeittypische Pflanzenornamente, erklärt deren symbolische Bedeutung und verweist auf überlieferte Erinnerungsstücke an einzelne fürstliche Persönlichkeiten. Auf diese Art entsteht eine Kulturgeschichte des Geschmacks und der Moden, die auf interessante Weise zeigt, wie wir bis heute von den ästhetischen Ideen der Vergangenheit wahrnehmungsleitend beeinflusst werden. Ein herrlich farbenfrohes Buch für triste Wintertage und zugleich eine gute Vorbereitung für die kommende Reisesaison.

 

VON GARTENTRÄUMEN UND ROSENKAISERINNEN. BLUMENKUNST UND PFLANZENSYMBOLIK IN PREUSSISCHEN SCHLÖSSERN

RUDOLF G. SCHARMANN
FORMAT: 23 X 30 CM
150 ABBILDUNGEN
120 SEITEN, BROSCHUR
12,95 EUR
ISBN 9783862281435
Erschienen im Verlag Edition Braus

 

 

 

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