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Buchtipp: Museum Liaunig. Ein österreichisches Sammlermuseum

 

 

 

 

 

 

 

Sammeln kann eine Leidenschaft sein. Mehr noch. Sie kann zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis werden. Wenn ein Sammler etwa seine Leidenschaft mit anderen Menschen teilt, so wie Herbert Liaunig. Um all seine Objekte an einem Ort zu versammeln und eine Auswahl davon zu präsentieren, ließ er in Kärnten in der Nähe der Ortschaft Neuhaus / Suha ein Museum errichten, das selbst ein architektonisches Kunstwerk ist. Das Museum Liaunig balanciert 160 Meter lang und 14 Meter breit etwa sieben Meter über einer Hügelkette. Wahrzunehmen wie Land Art, umgeben von einem Skulpturengarten. Hügel, Fluss, Gebäude verbinden sich zu einem Landschafts-Kunstwerk der besonderen Art. 2008 wurde es eröffnet und bereits fünf Jahre später unter Denkmalschutz gestellt. 2011 wurde das Museum mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet. Für Liebhaber zeitgenössischer Kunst ist es längst eine Pilgerstätte geworden.

Zu sehen ist in diesem spektakulären Beispiel zeitgenössischer Museumsarchitektur eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst nach 1945. Ergänzt durch exemplarische Werke internationaler Künstler, darunter Tony Cragg, Robert Motherwell und Georges Mathieu. Dabei hat Herbert Liaunig, der von sich sagt: „Ich bin von Natur aus Sammler“, im Laufe der Jahre seine Sammelleidenschaft auch auf andere Bereiche ausgedehnt. Dementsprechend wurde das Museum erweitert und ausgebaut, sodass inzwischen ebenso die Sammlungen von Porträtminiaturen, Gläsern und afrikanischer Kunst adäquat präsentiert werden können. Auch an diesen Sammlungen zeigt sich, dass Herbert Liaunig hohe Qualitätsansprüche an die Objekte seiner Leidenschaft anlegt.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Museums Liaunig würdigt ein reich bebilderter Katalog anschaulich Architektur und Vielfalt der Sammlungen. Naturgemäß kann nur eine Auswahl der Objekte präsentiert werden. Dabei ist diese Auswahl überaus gelungen. Durch die qualitätsvolle Gestaltung der Abbildungen sowie einführende und erläuternde Texte wird deutlich, was diese Verbindung von teils Jahrhunderte alten Objekten, zeitgenössischer Kunst und moderner musealer Schau, einschließlich der Präsentation der Depots, so reizvoll macht. Dieses Kunstbuch lädt ein, sich auf den Weg nach Kärnten zu machen, um sowohl den Museumsbau wie die Sammlungen mit eigenen Augen zu sehen.

Museum Liaunig
Ein österreichisches Sammlermuseum
Hg. HL Museumsverwaltung
Beiträge von M. Schneider, I. Marboe, P. Baum, G. Oberhollenzer, R. Kovacek, B. Hofstetter, D. H. Ross, M. Oehrl

Text: Deutsch / Englisch
264 Seiten, 200 Abbildungen in Farbe
24 x 29 cm, Leinen, Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7774-3028-7

Herzlichen Dank an den Hirmer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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