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Buchtipp: Im Garten der Romantik

 

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Im Garten der Romantik  

Ein Garten ist ein Garten. Oder ist er doch mehr als Beete, Wege, Brunnen? Was verrät ein Garten über Besitzer, Zeitumstände, ästhetische Vorstellungen und gesellschaftliche Ideale? Sicher mehr als sich dem Betrachter während ein, zwei Spaziergängen oder einem Verweilen auf einer Bank zu erkennen geben mag. Schönheit, Symmetrie oder Wildheit lassen sich bewundern, doch die mit ihnen von den jeweiligen Zeitgenossen verbundenen geistigen Ideen, Ansprüche, Erinnerungen und Hoffnungen lassen sich kaum so einfach erschließen, wie es manchmal erscheint. Wer Lust hat sich auf einen Spaziergang durch die Geschichte der Gartenkultur aufzumachen, dem sei dieses gelehrte und äußerst inspirierende Buch von Hans von Trotha empfohlen.  

Der Autor ist ein profunder Kenner der Gartengeschichte, der sich bereits in seiner Promotion mit Literatur und Gartenkunst beschäftigte. Seither hat er zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlicht, Vorträge gehalten, Gartenreisen begleitet und gilt als Spezialist für die Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts. Hans von Trotha interessiert die Romantik seit langer Zeit, sodass im vorliegenden Band all seine Überlegungen zur Frage nach dem Garten der Romantik zusammengetragen präsentiert werden.  

Wenn es aufschlussreich sei, wie wir gehen, essen, lieben, so vermag ein „Garten der Romantik“ just über die Romantiker manches zu erzählen und ihre Sicht auf die Welt verständlicher zu machen. Aber gab es einen Garten der Romantik? Eine spannende Frage angesichts der Tatsache, wie inflationär immer wieder vom romantischen Garten geschrieben, gesprochen und dieser gemalt und fotografiert werde. Um diese Frage zu beantworten, nimmt Hans von Trotha die Leser mit in den Garten des Aufklärungszeitalters und erläutert dessen ästhetische Konzepte und aufklärerischen Ideale. Erst von dieser Grundlage, beim spazieren gehen durch den Landschaftsgarten mit Tempeln, Pagoden und Statuen gewinnt die Idee eines Gartens der Romantik Kontur. Schließlich war es die in Europa vorherrschende Gartenmode, als sich die Romantiker ihre Gedankenwelt erschufen. Dabei spannt der Autor einen weiten Bogen, denn er ist von einem großen Erkenntnisinteresse erfüllt: „Kann die Frage nach dem romantischen Garten vielleicht helfen, der Romantik auf die Spur zu kommen?“ (S. 12) 

Ja, ohne Zweifel. Hans von Trotha gelingt eine facettenreiche Betrachtung. Er diskutiert viele kulturhistorische Aspekte, vernetzt mit den Gedankenmodellen von Aufklärern, Romantikern, Kritikern und nähert sich über Teilfragen der Beantwortung der von ihm eingangs gestellten Frage. Im Mittelpunkt stehen nicht allein das Verhältnis von Natur, Landschaft, Kultur und Garten, aufschlussreich sind seine Darstellungen zur Rolle und Bedeutung der Blume und dem Beziehungsverhältnis des Bürgertums zur romantischen Kunst im Kontext der Gartenkultur des 19. Jahrhunderts. Dieses 152 Seiten umfassende Buch regt an, gibt Denkanstöße und klingt lange nach. Eine willkommene Lektüre für die nahenden langen Abende, die Sie dazu verführen wird, in Ihrem Bücherregal nach den Werken der Romantiker zu suchen.

  

Hans von Trotha
Im Garten der Romantik
152 Seiten · farbige Abbildungen · Halbleinen · fadengeheftet · 164 x 228 mm
Frühjahr 2016
ISBN 978-3-946334-01-9
EUR 22,00

Herzlichen Dank an den Berenberg Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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