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Winterliche Gartenreise zu André Le Nôtre

 

 

zum Geburtstag

 

Gibt es einen Geburtstag zu feiern? Noch nicht. Aber am 12. März. Leider ist die Ausstellung in Versailles da bereits geschlossen. Denn just am berühmten Wirkungsort des großen Gartenschöpfers André Le Nôtre erinnert seit dem 22. Oktober 2013 eine umfangreiche Schau an sein stilprägendes Werk und seinen Geburtstag am 12. März 1613.

Im 17. Jahrhundert gingen die wichtigsten Impulse in der Gartenkunst von Frankreich
aus. Italienische Renaissancegärten dienten französischen Gartenkünstlern als
Vorbild. Es gelang ihnen, die italienischen Stilvorgaben an die Landschaften nördlich der Alpen, an veränderte Wetterbedingungen und vorhandene Architekturstile
anzupassen.

Im flachen, bewaldeten Nordfrankreich gewann der Gartenraum andere
Dimensionen und Perspektiven. Letztendlich zielte die französische Gartenidee
des 16. und 17. Jahrhunderts vielmehr auf die Unterwerfung der Natur. Zunehmend
fungierte der Garten als Symbol für normierte Schönheit und absolute Herrschaft
über Natur und Menschen.

So erstreckte sich etwa zur Zeit der großen barocken Gärten des 17. und 18. Jahrhunderts die Zentralachse über die umgebende Gartenanlage hinaus in die Landschaft. Im Falle der französischen Gärten führte sie in den tiefen Wald hinein und endete an einem natürlichen oder künstlichen Blickfang am Horizont.

Vielen gelten die im Auftrag des Sonnenkönigs in Versailles angelegten Gärten als Höhepunkt der französischen Gartenkunst. Gartenhistoriker erkennen im Gartenensemble von Schloss Vaux-le-Vicomte, dem ersten großen Werk  André Le Nôtres, bereits die Vollendung.

Die Gärten von Versailles machten nicht nur König Ludwig XIV., sondern auch seinen, 30 Jahre in Diensten stehenden Lieblingsgärtner André Le Nôtre berühmt. Bemerkenswert, wenn der allmächtige Sonnenkönigs sagt: „Sie sind ein glücklicher Mensch, Le Nôtre“.

Es bleibt also noch etwas Zeit, nach Versailles zu reisen und die Ausstellung zu entdecken. Wer sich lieber als  Armchair-Traveller der vergangenen Gartenkunst erfreuen möchte, dem sei das Buch von Èrik Orsenna “Portrait eines glücklichen Menschen. Der Gärtner von Versailles” empfohlen. Geistreiche und ungewöhnlich komponierte Lektüre!

 

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