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Saisonende. Im alten Garten

 

Die Herbstsonne lässt den Garten in leuchtend buntem Glanz erstrahlen. Fast alle Blätter sind in den letzten Tagen heruntergefallen. Wir harken Laub zusammen, scheiden die über den Gartenweg hinaushängenden dürren Sträucher ab. Der alte Birnbaum, der sich seit längerem schräg über das Beet geneigt hat, muss heute abgesägt werden. Die Vorbesitzer des alten Gartens hatten ihn gepflanzt. In den letzten Jahren trug er kaum noch Früchte. Die Zweige und Äste sind grün bemoost und knacken laut beim herunter brechen. Einige Äste kommen in die alte Milchkanne vor dem Haus. Dazu noch ein paar Zweige mit Hagebutten und Disteln, zwei, drei Buchenzweige mit gelblichen Blättern und die letzten blühenden Astern.

Trotz der Sonne wird es langsam kalt. Wir holen die Feuerschale aus dem Schuppen. Es dauert eine Weile bis das Feuer in Gange ist. Das Holz vom Apfelbaum, den wir vor drei Jahren abnehmen mussten, brennt ruhig lodernd und wärmt unsere klammen Finger. Die Holzklötze des Birnbaums werden zu Sitzplätzen. Der Kaffee aus der Thermoskanne schmeckt köstlich. Es folgt eine Flasche Weißburgunder vom Onkel aus der steirischen Toskana. Wir fühlen uns ein bisschen italienisch. Dunkles Brot aus der Landbäckerei und französischer Käse finden sich auch noch im Korb. Was für ein Tag!

Der Efeu ist in langen Ruten über den Zaun gewachsen und sucht sich seinen Weg inzwischen über die Beete hinweg. Die ältesten Pflanzen blühen prächtig und sind umringt von herzförmigen Blättern. Daran ist zu erkennen, dass er seit langem hier wächst. Nur alte Zweige blühen und verändern die Form ihres Blattwerks. Eine Hälfte des Gartenhauses hat er vollkommen eingenommen. Wir schneiden alte verholzte Triebe ab, entfernen die Blätter und winden einen Kranz daraus. Einfach die Zweige umeinanderschlingen und ineinander verhaken. Das geht ganz ohne Draht. Ist der Kranz armdick, winden wir junge Triebe mit Blättern um den Rohling und stecken Blüten rings um das Gebinde. Als die Sonne langsam verschwindet, hängen viele Kränze über den Zaunpfählen. Geschenke für Freunde und eine Erinnerung an diesen Herbstnachmittag im alten Garten. Zeitlos schön.

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3 Antworten zu “Saisonende. Im alten Garten”

  1. Saskia sagt:

    Kindheitserinnerung… Ein Garten zu haben… ist echt schön… fehlen nur noch die Tiere….Hühner 😀

  2. Editha Weber sagt:

    Ganz liebe Grüße nach Halle! Ich freue mich riesig über diesen ersten Kommentar.

  3. Andreas Girbardt sagt:

    Ein (etwas) neidischer Gruß aus Halle Saale

    An diesem Tag saß ich im Zimmer und suchte Wintersachen raus, da der Winter zu einem Kurzbesuch herein kam.Die Sonne, obwohl eingeladen, blieb verärgert unsichtbar. Die Idee mit der Feuerschale…, lieber nicht.

    Danke für einen schönen Herbsttag

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