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Mobilität. Von London nach Berlin und Hamburg

 

Londos Entwicklung auf dem Verkehrssektor beeindruckte im 19. Jahrhundert jeden Reisenden. Doch die Zeiten änderten sich. Was um 1900 im Deutschen Kaisereich deutlich zu erkennen und beim Besuch einer der Großstädte zu „erfahren“ war. Ein bisher nicht dagewesenes Maß an Mobilität kennzeichnete nun das Leben der Bevölkerung und führte dazu, dass nach der Jahrhundertwende nur noch die Hälfte der Einwohner an dem Ort ihrer Geburt lebte. Das Wachstum der Städte beschleunigte sich in rasantem Tempo. Während zur Zeit der Reichsgründung nur acht Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern existierten, waren es 1910 bereits achtundvierzig. Nicht nur die Anzahl der Großstädte erhöhte sich rapide, sondern auch ihre Gesamteinwohnerzahl stieg von zwei auf vierzehn Millionen Menschen. Dabei erhöhte sich der Anteil der Bevölkerung, die im selben Zeitraum in Städten lebten, von 11 auf 37 Prozent und 1914 war bereits jeder fünfte Deutsche ein Großstädter.

Berlin war seit Ende der 1880er Jahre die am weitesten entwickelte Großstadt im Kaiserreich, was sich insbesondere im Verkehr und der Kommunikation zeigte: Bereits 1879 hatte die Firma Siemens auf der Berliner Gewerbeausstellung eine erste elektrisch betriebene Versuchsbahn vorgestellt und bereits 1881 konnte die erste dem öffentlichen Verkehr dienende elektrische Bahn in Lichterfelde eingesetzt werden. Pferdebahnen, die Mitte der 1890er den gestiegenen Anforderungen des Verkehrs längst nicht mehr gerecht wurden, verschwanden endgültig von den Straßen. Eine entscheidende Verbesserung brachte die Berliner Stadtbahn, deren Baubeginn 1871 einsetzte und die 1877 die Inbetriebnahme der westlichen Hälfte brachte.

Berlin

 

Über das zu dieser Zeit weltweit größte Verkehrsnetz verfügte Hamburg. Dort verkehrten seit 1836 Pferdeomnibusse, seit 1866 Pferdestraßenbahnen (1876 erstmals mit Dampf betrieben) und seit 1894 elektrische Straßenbahnen. Die Hamburger Stadtbahn war bei ihrer Eröffnung 1907 die erste voll elektrifizierte Bahn der Welt. Wie London verfügte Berlin, übrigens als erste Stadt in Deutschland, seit 1902 über eine Untergrundbahnlinie, die zunächst jedoch weitgehend als Hochbahn angelegt war. Ihr folgten Schöneberg (1910) und Hamburg (1912 Fertigstellung Hamburger Hochbahn).

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