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Landpartie nach Paretz

 

Als königliches Landhaus wurde Schloss Paretz für das preußische Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm und Luise errichtet. Knapp 20 Kilometer nördlich von Potsdam, gelegen an der Havel. Der Bau war sehr schlicht, fast bescheiden zu nennen. Zumindest auf den ersten Blick. Entsprechend den Bedürfnissen des Paares waren alle Zimmer mit kostbaren Tapeten, Gemälden und Möbeln ausgestattet.

1797 übernahm Friedrich Wilhelm III. die Regierung. Von dieser Zeit an verbrachte das Königspaar acht Jahre lang meist zusammen mit ihren jüngeren Kindern jeweils 14 Tage im Spätsommer auf ihrem Landsitz. Sie vergnügten sich auf Gartenfesten und Gesellschaften, gingen auf die Jagd, unternahmen in Kutschen oder zu Pferde Ausflüge ins Umland.

Der Krieg gegen Napoleon und die Flucht ins ostpreußische Exil setzten der glücklichen Zeit in Paretz ein Ende. Nach der Rückkehr aus dem Exil besuchte Königin Luise nur noch einmal am 20. Mai 1810 ihr geliebtes Sommerdomizil.
Erst vier Jahre später verweilte der Witwer wieder regelmäßig im Spätsommer in Paretz, ab 1824 zusammen mit seiner zweiten Frau Auguste von Liegnitz.

Das Schloss präsentiert sich heute als Museum. Mit der stilvoll wiederhergestellten Pracht seiner Räume, mit handgemalten Tapeten, die exotische und heimische Pflanzen zeigen, und klassizistisch-eleganten Stühlen erinnert es an die Mode jener Zeit ebenso wie an das gewerbliche und handwerkliche Geschick derjenigen, die diese Zierde entworfen und hergestellt haben. Besonders spannend sind die in der Schlossremise ausgestellten Sänften, Kutschen und Schlitten, die bunt bemalt und verziert viel über die Vorstellung von Herrschaft und Präsentation im Alltag oder bei Zeremonien erzählen.

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