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Im Garten. Winterpause

 

Was macht der Gärtner im Winter? Der tschechische Schriftsteller Karl Čapek beantwortet diese Frage in seinem Buch „Das Jahr des Gärtners“ eindeutig in dem Kapitel „Der Gärtner im Dezember“: „Nun ist alles getan“. Und er verweist auf einen wichtigen Aspekt, den der Gärtner aufgrund seiner unermüdlichen Arbeit durch das Jahr hindurch ganz vernachlässigt hat: „seinen Garten richtig anzusehen!“

Der mit einer blütenweißen Schneedecke überzogene Garten hat durchaus seine Reize. Verwelkte Blütenstände, Wurzeln und wetterfeste Dekorationen schaffen Blickpunkte.

 

 

Wie die umfangreiche Gartenliteratur seit Jahrzehnten empfiehlt, solle es sich der Gärtner nun im Hause gemütlich machen und Kataloge und Gartenbücher wälzen. Diese Winterpause ist gleichfalls eine kreative Pause. Schnell ist eine Idee in Skizzenform auf‘s Papier gebracht. Es gilt Pläne zu schmieden, welche Pflanze neu in welcher Gartenecke positioniert werden kann. Hat sie dort auch genug Licht? Wird sie mit den bisher dort dominierenden Sträuchern und Blumen ein harmonisches Ganzes bilden? Zahllose Bücher liegen in den Buchläden bereit, um dem Gärtner die Winterpause zu verkürzen. Drei seien hier genannt, die auf ganz unterschiedliche Weise die Vorfreude auf die Arbeit im nächsten Jahr schüren.

Marianne Beuchert erläutert in ihrem Buch „Symbolik der Pflanzen“ sehr anschaulich besagte Symbolik von mehr als 100 Pflanzen. Sie nennt ihre Namen in unterschiedlichen Sprachen, erklärt mythologische und religiöse Bedeutungen, gibt Auskunft über Herkunft und mögliche heilende Wirkungen. Die Aquarelle von Maria-Therese Tietmeyer bezaubern auf eigene Weise den Leser und potentiellen Gärtner.
Nach wie vor amüsant und lesenswert ist „Mein Herbst- und Wintergarten“ von Vita Sackville-West. Die englische Schriftstellerin und Gärtnerin, deren märchenhafte „Gartenzimmer“ von Sissinghurst Castle jährlich zahllose Gartenliebhaber anziehen und inspirieren, zelebriert in ihren Gartenkolumnen die Kunst der Gestaltung. In einer lebhaften Sprache widmet sie sich Problemen und Fragen, die den ambitionierten Gärtner heute wie vor mehr als einem halben Jahrhundert bewegen und bewegten.
Eine sehr schöne und vielfach zutiefst philosophische Stimmung ergreift den Leser angesichts des von Volker Michels herausgegebenen Buches „Hermann Hesse: Freude am Garten“. Es enthält Betrachtungen und Gedichte des Schriftstellers sowie einige seiner Aquarelle. Darüber hinaus finden sich Fotografien Hesses und ein sehr aufschlussreiches Nachwort des Herausgebers.

 

Angesichts dieser Lektüre sollten die langen Abende für den Gärtner ausgefüllt sein. Keine Angst: das nächste Frühjahr kommt bestimmt!

Veröffentlicht unter Allgemein | 6 Kommentare

6 Antworten zu “Im Garten. Winterpause”

  1. Editha Weber sagt:

    Ja, schön ist die Winterwelt. Und der Gärtner kann schlafen oder sich an den Schneefiguren freuen.

  2. Ulf sagt:

    Tja das platte Land halt. Bei uns in der “Großstadt” gibt es nur leichten Zuckerguß und dann eine Woche Matsch.
    Bei den Bildern glaubt man ja wirklich an den Winter.

  3. Editha Weber sagt:

    Ganz liebe Grüße zurück. Derweil ist der Schnee etwas weggetaut. Morgen soll aber wieder starker Schneefall einsetzen.

  4. Editha Weber sagt:

    Die Geschichte des Herrnhuter Sterns kommt heute Abend in den Blog. Ein bißchen Spannung muss sein. Liebe Grüße an die Neugierigen!

  5. Saskia sagt:

    Der Herrnhuter fehlt !!!!!!!! Setz ihn rein.

  6. Saskia sagt:

    Oh ja…. So sieht es bei uns auch schon aus..
    Habe heute meine letzten Blumen in den Winterschlaf gebracht.

    Viele Grüße aus Sternberg

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