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Goethes Vergnügen: Stockrosen (4)

Die gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea L.), die mancher auch Malve oder Stockmalve nennt und die zu den Malvengewächsen gehört, stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Dort nutzen Menschen sie als Heilmittel und als Gemüse. Ob in der Pflanzensammlung des „Capitulare de villis et curtis imperialibus“, der von Karl dem Großen 812 herausgegebenen „Verordnung für die Krongüter“, Stockrosen gemeint sind oder eine andere Malvenart, bleibt unklar. Doch waren sie nördlich der Alpen bereits im Mittelalter bekannt. So sind auf dem berühmten Gemälde des „Paradiesgärtlein“ von etwa 1410 rot- und weißblühende Stockrosen zu erkennen.
In der Literatur werden sie erstmals bei Otto Brunfels 1530 erwähnt. Etwas später wird auch über Sorten mit gefüllter Blüte berichtet. Anfang des 17. Jahrhunderts kam die in Sibirien heimische feigenblättrige Stockrosen in einzelne Gärten, wobei sie das Farbspektrum der Blüten um Gelb erweiterte. Später waren Kreuzungen zwischen beiden Arten aufgefallen.

Wenn sie von manchem noch als Heilpflanze genutzt wurde, so war sie allgemein doch eher als Zierpflanze geschätzt, die sich aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit weit verbreitete und den Charakter eines Dorfgartens mitbestimmte. Auch in Goethes Garten am Stern erfreute sie ihre Betrachter. Wenn die Stockrosen blühten, feierte der Dichter gerne ihre Schönheit und lud zu einer Teegesellschaft ein.

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