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Fürstinnen und ihre Gärten: Elisabeth Charlotte von Orléans (13)

Die pfälzische Prinzessin Elisabeth Charlotte (1652-1722), eine Enkelin der berühmten „Winterkönigin“ Elisabeth Stuart und Nichte der Kurfürstin Sophie von Hannover, wurde mit dem Bruder des Sonnenkönigs verheiratet. Als solcher konnte Philipp von Orléans über relativ bescheidene finanzielle Mittel verfügen. Zugleich musste er seiner Position entsprechend in der Öffentlichkeit auftreten.

In Paris lebte das Ehepaar im Grand Palais. Unweit der Stadt besaßen sie den Landsitz Saint-Cloud, dessen landschaftliches Relief mit einem leichten Hang hinab zum Flusslauf der Seine die besten Voraussetzungen für einen eleganten Garten bot. Bevor der Gartenkünstler Le Nôtres sich des Terrains annahm, existierte bereits die bis heute zu bewundernde Große Kaskade von Baumeister Antoine Le Pautre.
Elisabeth Charlotte liebte Schloss und Garten, sodass sie sich bevorzugt hier in Saint-Cloud aufhielt. Auch ihre Kinder kamen hier zur Welt. Die Lage am Fluss machte die Anreise von Paris aus mit dem Boot zu einem unkomplizierten Akt. Im Garten genoss die feine Gesellschaft nach dem Versailler Vorbild ein unbeschwertes Landleben.

Das Anwesen war lange im Besitz der Familie Orléans. 1785 erwarb Königin Marie-Antoinette den Landsitz. Sie ließ ihn vergrößern und neu einrichten. Später nutzte Napoleon Saint-Cloud als Residenz, feierte hier 1810 sogar seine Hochzeit mit der Habsburgerin Marie Louise. Der preußische Generalfeldmarschall Blücher ließ nach Napoleons Niederlage die Kapitulation von Paris hier unterschreiben. Charles Louis Napoleon, der Neffe des großen Korsen, wurde 1852 hier zum Kaiser der Franzosen proklamiert und erklärte im Juli 1870 Preußen den Krieg. Im September desselben Jahres besetzten die Deutschen das Schloss, das wenige Wochen später in Flammen aufging. Letztlich wurden 1891 die Ruinen des Schlosses abgetragen.

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