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Entdeckt in Mirow. Geburtsort einer englischen Königin

 

Balkon

 

Eine Entdeckung am Sonntagnachmittag. Gleich an einem großen Gebäude an der Durchfahrtsstraße im mecklenburgischen Mirow. Auf einem Balkon stehen barocke Figuren. Aha. Wen stellen sie dar?
Vor dem Haus steht eine Tafel. Hier ist Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz geboren, die später englische Queen Charlotte und Namenspatin für die beliebte Pflanze Strelitzie.

Charlotte

 

Also eine Prinzessin, die zur englischen Königin wurde. Wie interessant. Was lässt sich noch über sie herausfinden?
Sophie Charlotte brach hier in Mirow auf, reiste über Land Richtung Norden und musste samt Gefolge den Kanal überqueren, um zu ihrem Bräutigam, dem englischen König George III. zu gelangen.

Wie lief so eine Überfahrt eigentlich ab? Im Vergleich zum 17. Jahrhundert hatte sich inzwischen der Fährdienst auf den Hauptrouten erhöht. Die Dauer der Überfahrt war immer noch stark von den Witterungsverhältnissen abhängig. Bei guten Bedingungen und auf kurzen Strecken etwa zwischen Dover und Calais konnte sie in drei bis fünf Stunden absolviert werden. Bei schlechtem Wetter konnte diese Seefahrt aber auch mehrere Tage dauern. So verbrachte Prinzessin Sophie Charlotte während der Überfahrt von Holland nach Harwich 1761 zehn Tage auf See.

Oft mussten die Passagiere viele Tage auf die Abfahrt eines Bootes warten, da man günstigen Wind zum Segeln benötigte. So wartete Carl Phillip Moritz im Juli 1782 ganze acht Tage in London auf die Rückreise nach Hamburg. Viele Reisende empfanden die Überfahrt als eine physische und psychische Belastung. Sie litten vor allem unter Seekrankheit, denn die Gefahr vor Piraterie war dagegen zunehmend gesunken. Der Übergang vom europäischen Festland auf die Insel markierte in besonderer Weise das Reiseerlebnis und wurde von Reisenden in vielen Berichten festgehalten. Durch diese Modalitäten der Überfahrt verstärkte sich bei vielen der Eindruck, in etwas Unbekanntes aufzubrechen.

Angekommen in England nutzten die Reisenden bevorzugt die Kutsche und profitierten von dem im Verhältnis zum Kontinent besser ausgebauten Straßennetz und Postkutschenwesen. Bereits 1715 verkehrten über 800 Kutschen wöchentlich von London aus in die Provinz, teilweise jedoch nur im Sommer. Darüber schrieben fast alle Berichterstatter mit Staunen. In unwegsamen Gegenden Schottlands und Nordenglands griff man auf Reitpferde zurück. Fußreisen, wie sie Moritz praktizierte, bildeten eher die Ausnahme.

Haus

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Auf Reisen, England | 1 Kommentar

Eine Antwort zu “Entdeckt in Mirow. Geburtsort einer englischen Königin”

  1. Saskia sagt:

    Die Sommerpause ist vorbei, der Blog lebt wieder 🙂 Schön !!!!

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