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Ditte Clemens in der SVZ am 21.10.2013 „Autorenpremiere in der Heimatstadt“

 

Die durch ihre Kolumnen und zahlreichen Bücher – etwa die beeindruckende Biografie über „Marga Böhmer. Barlachs Lebensgefährtin“ – bekannte norddeutsche Schriftstellerin und Journalistin Ditte Clemens besuchte die 6. Uwe-Johnson-Literaturtage 2013 in der gleichnamigen Bibliothek in Güstrow. Sie veröffentliche ihre Eindrücke in der Schweriner Volkszeitung am 21.10. 2013 in folgendem Artikel. Der Abdruck an dieser Stelle erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

 

Das war eine gute Entscheidung mit einer Lesung von Editha Weber die 6.
Uwe-Johnson-Literaturtage zu eröffnen. Am Freitagabend stellte sie in der
Güstrower Uwe-Johnson-Bibliothek ihr Buch „Auf in den Norden“ vor. Es
ist erst jüngst erschienen, trägt den Untertitel Landschaft, Kultur und
Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und ist vom Format Handtaschen freundlich.
Steffi Guddat, Mitarbeiterin in der Bibliothek, hatte vorab die Entscheidung
für Editha Weber so erklärt: „Sie hat sich auf die Spuren von historischen
Persönlichkeiten, faszinierenden Künstlern und interessanten Menschen begeben.
Sie schreibt über Fontane, Demmler, aber auch über Johnson.“

Höhepunkt Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Lokatis

Editha Weber begann ihre Lesung mit dem Kapitel über Güstrow. Sie berichtet von
einer Stadtführerin Anna, die ihr vom „Blauen Faden“ erzählt, der
sich wie ein Wasserlauf durch die Stadt zieht und die Besucher von einer
Sehenswürdigkeit zu der anderen lockt. „Das sind nicht nur Steine, dahinter
steht Leben, lauter Geschichten von Menschen“, heißt es im Buch. Unter den
Besuchern sind viele, die sich hervorragend mit der Geschichte Güstrows
auskennen. Dennoch wird es ein höchst interessanter Abend für sie, weil Editha
Weber für ihr Buch einen ganz individuellen roten Faden gefunden hat. Durch
ihre temperamentvolle, liebenswert freundliche Art lauschten die Besucher
gebannt. Geballtes Wissen wurde in diesem Buch verarbeitet. Editha Weber,
promovierte Historikerin, hat ihr Wissen so aufbereitet, dass ihr Buch zu einer
mit allen Sinnen erfahrbaren Reise wird.

Weber wurde 1970 in Güstrow geboren und lebt als freie Reiseleiterin und
Autorin in Mecklenburg und der Steiermark. Bei ihren Reisen wurde sie immer
gefragt: „Gibt es das, was sie erzählt haben, nicht als Text, den wir mit
nach Hause nehmen können?“ Weil es ihn nicht gab, entstand die Idee zum
Buch. Zwei Winter hat sie intensiv gearbeitet, denn in der anderen Zeit war sie
als Reiseleiterin unterwegs. Und weil Editha Weber Gäste in Orten fern vom
Norden Appetit auf ihre Heimatland machen wollte, entstand der Titel „Auf
in den Norden“. Dieser Titel enthält auch einen Wunsch vieler Menschen in
diesem Land und befördert ihn bestimmt mehr als der Slogan „MV – tut
gut“.

Editha Webers Hände waren bei der Begrüßung eiskalt. „Ich bin ja so
aufgeregt“, sagt sie. Was verständlich war, denn es war die erste Lesung
in ihrer Geburtsstadt – und das noch bei den Uwe-Johnson-Tagen. Beim Abschied
waren ihre Hände warm und die Wangen rot. Es gab gerade für ihren Kenntnisreichtum
und für ihren Enthusiasmus ein dickes Lob von Dr. Erwin Neumann. Der Experte im
Fachgebiet Deutsche Sprache und Literatur geht mit Lob so um, wie man es den
Norddeutschen bei der Verwendung von Worten nachsagt – bloß keine
Verschwendung. Und ein Lob von ihm ist fast wie ein Ritterschlag.

Dem gelungenen Auftakt der Johnsontage mit dieser traditionellen Lesung folgte
ein „spannender Sonnabend mit reger Beteiligung durch das Publikum“,
schätzte Bibliotheksmitarbeiter Tilman Wesolowski ein. „Neben der Zusammenfassung
der bekannten Arbeit am Johnson-Nachlass Rostock für den der Referent André
Kischel erschien, obwohl die Johnson-Gesellschaft eine wichtige
Kuratoriumssitzung zeitgleich mit dem Suhrkamp-Verlag bestritt, wusste Dr.
Anja-Franziska Scharsich das Plenum mit der Umsetzung der literarischen Arbeit
in eine Ausstellung zu überzeugen“, so Wesolowski. Höhepunkt sei jedoch
der Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Lokatis gewesen. Tilman Wesolowski:
„Er erzählte über die Wege, wie man sich in der DDR verbotene Literatur
beschaffte und bezog das Plenum mit seinen eigenen Erfahrungen ein.“

 

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