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Der Frühling wird kommen! Unterwegs in Mecklenburg

 

Der Frühling wird kommen! Daran glauben alle ganz fest. Aber was machen wir bis dahin? Das Küstenland Mecklenburg-Vorpommern liegt unter Schnee. Manchmal zieht sich die weiße, verkrustete Decke über die Felder, die rechts und links der Straße liegen. An anderen Stellen, dorthin, wo die Sonne mit aller Kraft ihre Strahlen lenkt, zeigen sich der grau-braune Boden und schmutzig-grüne kleine Rapspflanzen wie befreit von der dauernden Last. Alles braucht in diesem Jahr lange, um sich vom Winterkleid zu trennen. Reisende und Oster-Ausflügler machten sich trotzdem auf den Weg.

Wir fahren weit in den Nordwesten, in den Speckwinkel Mecklenburgs. Wir fahren nicht ans Meer, sondern bleiben im Hinterland der Ostseeküste. Heute wird der Strand voller Menschen und in den Cafés kaum ein Platz für vier zu finden sein. Der Boden ist für mecklenburgische Verhältnisse sehr gut. Er hat jahrhundertelang seine Einwohner ernährt und die Grundlagen für eines der schönsten Schlösser geschaffen: für Schloss Bothmer bei Klütz. Heute im Besitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern liegt es noch im Dornröschenschlaf. Die Baustelle ist riesig. Bauleute und Ingenieure warten darauf, weiter zu arbeiten, die Schönheit hinter den Baugerüsten hervorzuholen. Im Park zeigen sich die ersten Blüten, die im Schnee den Frühling verkünden. Die elegante Festonallee liegt einsam da. Keine Kutsche, kein Spaziergänger sind zu sehen.

Festonallee Bothmer

 

Weiter in die Stadt Klütz. Gleich neben dem Markt steht das Uwe-Johnson-Literaturhaus. Es ist ein alter Speicher. Zwischen dicken Holzbohlen wird auf zwei Etagen vom Leben dieses Dichters der beiden Deutschland erzählt. Neben großen schwarzen Ledersesseln liegen seine Bücher: Jahrestage, Ingrid Babendererde… Hinsetzen und lesen, draußen ist nichts zu verpassen. Endlich Zeit, um sich diesem Autor zu nähern, der in New York von Mecklenburg träumte und einem die Augen öffnet für Schönheiten und Wahrheiten, die schmerzen.

 

Literaturhaus

Richtung Wismar geht es zurück. Rechts taucht mitten auf dem Feld auf einer Anhöhe eine rotgedeckte Backsteinkirche auf. Es ist die Dorfkirche von Hohenkirchen. Wie einfach der Dorfname das ausdrückt, was wir sehen und was bemerkenswert für den Vorbeifahrenden bleibt: eine Anhöhe mit einer alten Kirche, von Bäumen und einer Feldsteinmauer eingerahmt. Das ist so ein Fleckchen Erde in Mecklenburg, das ausdrückt, was dieses Land zum Sehnsuchtsort macht.

Hohenkirchen

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