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Buchtipps

 

 

 

 

Die Geschichte der Macht ist in erster Linie eine Geschichte männlicher Herrschaft. Dass der Mann bestimmte, dominiert bis heute unsere Sprache und unsere Beziehungen. Auch Architektur und Kunst folgten lange männlichen Vorstellungen. Erst wenn aus ganz unterschiedlichen Umständen heraus, Frauen Macht innehatten, wurden Veränderungen und Anpassungen an neue Gegebenheiten und Wünsche notwendig. Schließlich wurde Macht nicht nur ausgeübt, sondern präsentierte sich in Kleidung, Wohnarchitektur, Gärten, Denkmälern und in Zeremonien.
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Wenn die Nächte lang werden und sich die Menschen in die eigenen vier Wände zurückziehen, verwandeln sich viele Küchen, Stuben, Flure zu traumhaft dekorierten Orten der Sehnsucht nach Wärme und Licht. Auch manche Gärten und Treppen, Fensterbänke und Tore erscheinen wie die Eingangsbereiche ins winterliche Märchenreich und erinnern an vergangene Kindertage. Ab und an duftet es nach Tannengrün und Backwerk und Lichterglanz erhellt nach Sonnenuntergang ahnungsvoll Haus und Hof. Düfte und Lichter lassen Bewohner und Besucher schon die geschmückte, reich beladene Festtagstafel imaginieren. Vorfreude ist schließlich die schönste Freude!
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Schon ein Blick auf das offene Gesicht mit den großen, dunklen Augen, die einen vom Buchumschlag selbstbewusst entgegenschauen, weckt die Neugier. Wer war diese Frau im hellen Kleid mit grünem Schal, die Pinsel und Palette ganz unprätentiös in ihren Händen hält, als hätte sie ihre Arbeit für einen Augenblick unterbrochen. Es ist ein schönes, etwas rätselhaftes Porträt aus dem Jahre 1793, dessen Erwerb im Jahre 2016 durch das Staatliche Museum Schwerin den Anlass zu einer Kabinettausstellung gab, die das Oeuvre dieser kaum bekannten Malerin präsentiert.

Parallel dazu, ergänzend und den Blick auf Herkunft, soziale und künstlerische Bedingungen und Möglichkeiten ihrer Zeit erweiternd, widmet sich der 136 Seiten umfassende Katalog der Schöpferin dieses Kunstwerkes, der Malerin Friederike Juliane von Lisiewska (1769–1856). Sie war eine der wenigen Frauen im 18. Jahrhundert, die an der Berliner Kunstakademie studieren konnte.
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Im Frühjahr 1942 sinnierte Vita Sackville-West darüber, ob in fünfzig Jahren überhaupt jemand ihren geliebten Garten bewundern würde. Gerade dann könnten sich doch ihre Enkelkinder an den schönen, großen, blühenden Bäumen erfreuen. Welcher Gärtner träumte nicht davon, dass ihr oder sein Werk die Zeiten überdauern möge.

Im Falle des in Kent gelegenen Sissinghurst Castle Gardens ging dieser Traum in Erfüllung. Im Jahr des 125. Geburtstages der berühmten Schriftstellerin Vita Sackville-West besuchen Tausende von Menschen den Garten, der jedoch wohl eher als Gemeinschaftswerk von Vita Sackville-West und ihrem Ehemann, dem Diplomaten und Autor Harald Nicolson, zu bezeichnen sein sollte. Dieser Garten zählt zu Englands schönsten, inspiriert Gartenenthusiasten ebenso wie Sommerfrischler zum Schwärmen und Genießen. Darüber hinaus hat er eine spannende Geschichte, die von Plänen, Entwürfen, Veränderungen, Experimenten und einer faszinierend unkonventionellen Ehe zwischen zwei klugen, selbständigen Individuen erzählt. Was beim Gartenspaziergang wie beim Lesen die Frage provoziert, ob nun der Garten oder die Ehe das interessantere Phänomen wäre.
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Geheimnisvoll, verträumt oder spaßig erscheinen mancher reisenden Gärtnerin, manchem ambitionierten Gärtner die kunstvoll in Form geschnittenen Figuren englischer Prachtgärten. Wer wünschte nicht, solche filigranen Exemplare schmückten auch das eigene grüne Paradies. Denn sie sind wesentlich kostengünstiger als Statuen aus Marmor oder Metall und obendrein können sie weit höher über den Gartenzaun hinausragen. Doch diese naturschönen Erscheinungen haben ihre ganz eigene, spannende Geschichte, die weit zurück in die Vergangenheit reicht und zugleich als eine Geschichte der Gartenkunst gelesen werden mag.

In ihrem – diesen Sommer in Deutscher Übersetzung – erschienenen Werk „Die Gestaltung der Natur“ erzählt Caroline Foley deren Geschichte in einem hinreißend illustrierten Band.
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Auf Gartenreise zu gehen, ist ein Vergnügen, dem sich nicht allein Gärtnerinnen und Gärtner verschreiben. Inzwischen reisen naturbegeisterte Städter, Inhaber handtuchgroßer Parzellen, Balkone und Terrassen sowie all jene, die die Schönheiten alter Schloss- und Klostergärten ebenso zu schätzen wissen, wie die liebevollen Arrangements privater grüner Rückzugsorte oder die fantasievollen neuen urbanen Gartenräume.

Mit dem kürzlich erschienenen Buch der Autorin Kirstin von Glasow „111 Gärten in London, die man gesehen haben muss“ können sich gartenbegeisterte Reisende auf kurzweilige Weise auf Gartenbummel durch die Metropole des Inselreiches begeben.
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 Die Lust am Garten, die Freude an Blüten, Sträuchern, Düften im grünen Paradies, auf dem Balkon, im herrschaftlichen Park oder zu Füßen alter Stadtmauern ist gewachsen, hat sich vervielfacht, wird von Menschen aller Altersklassen geteilt– was nahezu in jeder Region, Landschaft und Stadt Deutschlands zu beobachten ist. Wenn Ronald Clark vor fast 20 Jahren den ersten Gartenreiseführer in Deutschland veröffentlichte, erschien in diesem Frühjahr die längst zum Standardwerk avancierte achte, vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage des Werkes im Callwey Verlag.

Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. präsentiert die Autorin Christina Freiberg 1500 der schönsten Gärten und Parks des ganzen Landes auf 768 Seiten. Bundesland für Bundesland, in alphabethischer Ordnung aneinandergereiht und farblich differenziert gestaltet, werden historische Gartenkunstwerke an Schlössern oder hinter Klostermauern, städtische Anlagen und private Refugien aufgelistet, mit zauberhaften Fotos illustriert sowie kurz und prägnant vorgestellt.
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Es wird Sommer. Ohne Frage, ob nun sonnenverwöhnt, unbeständig oder unter Dauerregen. Mit dem Sommer kommt die Reiselust. Für all jene, die das Meer lieben, die Ostseeküste schätzen, schon kennen oder kennen lernen möchten, bedeutet dies: Urlaub auf den Inseln Rügen und/oder Hiddensee. Lange Strandspaziergänge, erhabenes Staunen an den Kreidefelsen, Fischbrötchen essen im Hafen, einsame Sonnenuntergänge am Meer und turbulente Nächte unter Störtebekers Flagge. Vieles werden reiseerfahrene Insel-Fans schon kennen, manches Neue bleibt zu entdecken, zu besuchen oder zu erleben.

Wer Altvertrautes mag und Neues sucht, ist mit dem Ausflugsführer Rügen & Hiddensee von ScottyScout bestens auf die Inseln vorbereitet. Sieben Autorinnen und Autoren, die am Meer groß wurden, der Arbeit oder der Liebe wegen herzogen oder die die Sehnsucht jedes Jahr her weht, beschreiben, was sie selbst lieben, entdeckt, geschmeckt und ausprobiert haben.
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Natürlich, was im Garten gepflanzt, gegossen und gepflegt wird, ladet auf dem Teller. Obst, Gemüse, Gewürze, Beeren, Kräuter und manchmal auf schöne Blüten. Denn essbar ist viel mehr, als mancher Gärtner vermutet.

In ihrem im März 2017 erschienen Buch „Gartenküche. Vom Beet frisch auf den Tisch“ präsentieren eine Gärtnerin, ein Koch und ein Fotograf in kreativer, informativer und leicht nachvollziehbarer Form eine Inspiration für Gärtner und Köche, die Lust aufs Pflanzen und Kochen macht. Ihr Motto ist „Essen statt vergessen“!
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In ihrem 2016 erschienenen Gedichtband „Ein Gartenjahr“ reiht Christine Vogeltanz ihre Beobachtungen, Gefühle, Erinnerungen und Sehnsüchte lyrisch aneinander. Umrahmt, ergänzt, erweitert werden ihre Verse durch Gartenbilder, florale Ornamente, Tiere und Pflanzen, geschaffen von ihrem Sohn, dem Grafiker und Zeichner Jörg Vogeltanz. Ganz im Geiste einer sinnlichen Annäherung an den eigenen Garten und all die Gärten, die die begeisterte Gartenreisende im Laufe vieler Jahre gesammelt hat.
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Gewiss, wenn der Philosoph Dieter Wandscheider im vorliegenden Buch pointiert formuliert (S. 111), dass in Fragen der Philosophie – welche Kant zufolge jene Menschheitsfragen sind: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? – die Frage „Was ist ein Garten?“ nicht hinzugezählt werden mag, ist dem nur zuzustimmen. Trotzdem oder gerade deshalb beschäftigt sie uns Menschen seit Langem, ob als Besitzer, Nutzer oder schlicht Betrachter von Gärten. Diese Frage ist in der Tat alles andere als belanglos. Umso intensiver Leserinnen und Leser, ob philosophierende Gärtner oder gärtnernde Philosophen, sich in die Beiträge des von Blanka Stolz (Mitgründerin des mairisch Verlags mit Arbeitserfahrung auf einem Schweizer Bergbauernhof) herausgegebenen Bandes „Die Philosophie des Gärtnerns“ vertiefen, werden sie – vielleicht erstaunt, manchmal zustimmend, manchmal ablehnend oder verwundert – die philosophische Dimension des Gärtnerns entdecken oder wiederentdecken und – so sie wünschen – geistvolle Früchte ernten.
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„Romantische Gartenreisen in Deutschland“ – schon der Titel des gerade im Callwey Verlag erschienenen Gartenbuches macht neugierig und inspiriert. Es ist weit mehr als ein klassischer Gartenreiseführer und schließt sich in Gestalt und Idee an das erfolgreiche Buch „Romantische Gartenreisen in England“ von Anja Birne (Callwey Verlag, Frühjahr 2016) an.
Wie es treffend in der Einleitung heißt, denkt man bei Gartenreisen in der Tat „meistens zunächst an England, Frankreich, die Benelux-Länder oder Italien, dabei befinden sich direkt vor unserer Haustür unzählige sehenswerte Gärten oder Parkanlagen“. Fünf Autorinnen und Autoren haben sich in ganz Deutschland auf die Suche nach diesen schönen Orten im Grünen begeben und stellen ihre ganz persönlichen Favoriten von Süd nach Nord, von West bis Ost vor.
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Zarte Rosen, filigrane Efeuranken, leuchtende Veilchen – blühen, umranken, verschönern Bildnisse, Tafelaufsätze, Vorhänge, dekorieren Tabaksdosen, Ohrgehänge und Kerzenhalter. Ganze Räume großer und kleiner Schlösser verwandeln Palmen, Orchideen und opulente Blumenbouquets fast in Gartenpavillons oder Laubengänge. Liebe zum Garten, Schönheitssinn und die Verpflichtung zur Repräsentation von Macht und Herrschaft haben all jene hochadeligen weiblichen und männlichen Besitzer und Bewohner preussischer Schlösser veranlasst, Künstler, Kunsthandwerker und Gärtner zu beauftragen, fantasiereiche Stoffe, Gemälde und Tafelservice zu kreieren.

Ein hervorragender Begleiter wäre gewiss der von Rudolf G. Scharmann verfasste Band „Von Gartenträumen und Rosenkaiserinnen. Blumenkunst und Pflanzensymbolik in preussischen Schlössern“.
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Ein Garten ist ein Garten. Oder ist er doch mehr als Beete, Wege, Brunnen? Was verrät ein Garten über Besitzer, Zeitumstände, ästhetische Vorstellungen und gesellschaftliche Ideale? Sicher mehr als sich dem Betrachter während ein, zwei Spaziergängen oder einem Verweilen auf einer Bank zu erkennen geben mag. Schönheit, Symmetrie oder Wildheit lassen sich bewundern, doch die mit ihnen von den jeweiligen Zeitgenossen verbundenen geistigen Ideen, Ansprüche, Erinnerungen und Hoffnungen lassen sich kaum so einfach erschließen, wie es manchmal erscheint. Wer Lust hat sich auf einen Spaziergang durch die Geschichte der Gartenkultur aufzumachen, dem sei dieses gelehrte und äußerst inspirierende Buch von Hans von Trotha empfohlen. 
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Italien – Verheißung klassischer Schönheit unter südlicher Sonne, drapiert vor traumhaften Landschaften mit bergigen Höhen und azurblauen Wassern. Goethes Verse vom „Land, wo die Zitronen blühen“ klingen wie selbstverständlich im Ohr. Wer wollte da nicht umgehend zu einer Reise in den Süden aufbrechen? Etwa um in den herrlichen Gärten am Comer See und am Lago Maggiore im Norden des Landes zu wandeln, ihren Zauber zu genießen – ganz wie einst ihre Besitzer aus altem Stand oder neuem Geldadel sowie deren mondäne Gäste.

An der Seite von Steven Desmond wird dieser Spaziergang zu einem großen Vergnügen. Er erzählt charmant und klug, lebendig und stets kurzweilig von all der Pracht und deren gartenkünstlerischen Grundlagen, von noblen Herren und edlen Damen, von märchenhaften Familiengründungen und stillen Rückzugsorten. Hier schreibt ein Kenner, touristische Übertreibungen meidend, mit einer tiefen Zuneigung zum Schönen und dem Wunsch, andere an dieser Empfindung teilhaben zu lassen. Zugleich bleibt sein Blick kritisch, gebildet durch eigene Anschauungen und Erfahrungen. Diese große Sachkenntnis des Autors hat ihre Grundlagen in Theorie und Praxis, da Steven Desmond Landschafts- und Gartendenkmalpflege studierte, den National Trust bei der Erhaltung historischer Park- und Gartenanlagen berät, Vorträge hält, für das Magazin Country Life schrieb und seit Jahren spezialisierte Gartenreisen durchführt, die ihn bereits über dreißig Mal an die italienischen Seen führten. Dass seine sprachliche Leichtigkeit auch die deutschsprachigen Leser unterhalten kann, ist der stilsicheren Übersetzung durch Anke Albrecht zu verdanken.

In harmonischer Ergänzung zum Text können die Leser durch die zahlreichen großformatigen, oft zwei Seiten umfassenden Fotografien umso intensiver die Stimmung der Gärten erfahren, umso weiter sie blättern, mit der Fähre hinübersetzen, von Insel zu Insel, von Villa zu Villa, von Garten zu Garten reisen. Sommerlicher Glanz mit weißen Haufenwolken, im Dunst liegende bewaldete Berghänge oder im milchig-grauen Schleier mit einer Ahnung von herbstlicher Melancholie – das alles fängt Marianne Majerus ein. Sie zählt zu den besten Gartenfotografinnen der Welt, deren Bilder regelmäßig in englischen und internationalen Zeitschriften wie House & Garden, Gardens Illustrated, Country Life und The English Garden erscheinen. In mehr als 200 Büchern sind ihre Fotos zu sehen. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

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Schon mit dem Cover zieht sie den Leser in ihren Bann: Sie stehen auf dem Balkon der Villa Carlotta. Zu Ihren Füssen ein Brunnen, eingerahmt durch kunstvoll geschnittene Hecken und ein filigranes, schmiedeeisernes Tor, dahinter öffnet sich der Blick auf den Comer See mit bewaldeter, bergiger Landschaft im Hintergrund, am Ufersaum, leicht ansteigend von Häusern durchzogen. Zauberhaft, klar und verführerisch zugleich. Marianne Majerus‘ Fotografien werden durch historische Drucke, alte Postkarten und Fotografien ergänzt.

Bevor Steven Desmond sich im ersten Teil neun Gartenanlagen am Lago Maggiore und im zweiten Teil acht Gärten am Comer See zuwendet, schafft er einen Rahmen mit einleitenden Bemerkungen zur Geografie, Geschichte und praktischen Hinweisen. Etwa mit der Bemerkung, dass der meiste Regen in diesen Regionen in den Sommermonaten fällt, was seine Reiseempfehlung nicht einschränkt: „Sie werden wahrscheinlich wunderbares Wetter haben, – nehmen Sie trotzdem Ihre Regenjacken mit.“ (S. 9.). Auf den letzten Blättern des 224 Seiten umfassenden Buches folgen Kurzinformationen zu jedem der beschriebenen Gärten mit Adresse, Öffnungszeiten und Webseite sowie zwei Übersichtskarten, die eine sehr gute Orientierung bieten, dann ein Register und weiterführende Literaturhinweise.

Seine Auswahl von auf Inseln, Halbinseln oder in Ufernähe gelegenen Gärten, Parks und Villen ist so vielfältig wie spannend, denn er offeriert dem lesehungrigen Gärtner ebenso wie dem von Italiensehnsucht erfühlten Kulturpilger berühmte Schönheiten, wie die Borromäischen Inseln – und anempfiehlt dem von der Opulenz der Isola Bella überwältigten Betrachter unbedingt auch die Isola Madre zu besuchen – gleichwohl wie weniger vom Publikum beachtete Paradiese. So streift der Leser durch einen informellen Waldgarten und einen Berggarten, bewundert den verfallenden Gartentraum zweier Liebender, lernt hier und da etwas Neues über Bäume, Hecken und Pflanzen, verweilt auf Terrassen, Balkonen und vor Grotten, um amüsanten Erzählungen aus der Zeit der Belle Époque zu lauschen, und genießt immer wieder Ansichten, Aussichten und erhält Einblicke.
Desmond schwärmt geradezu von der zwischen dem Lago Maggiore und dem Comer See, nördlich von Varese gelegenen Villa Cicogna Mozzoni, da man in „Italien nur selten ein Landgut in Privatbesitz, dessen Villa und Garten noch genauso aussehen wie auf einer einhundert Jahre alten Fotografie…“ (S. 95) finden könnte. Bezaubernd sei hier nicht allein die aus der Mitte des 16. Jahrhunderts erhaltene Gestaltungsidee. Wie im Märchen ist dieser malerische Ort mit der Geschichte einer jungen Angestellten eines Reiseunternehmens verbunden, die romantischer kaum sein könnte.

Es sind wirklich außergewöhnliche Gärten, deren Atmosphäre Steven Desmond einfängt und vermittelt, wenn er davon erzählt, wie und von wem sie gestaltet wurden, wer sie besuchte und über sie schrieb, wen sie zu literarischen oder musikalischen Werken inspirierten. Kurzum, die Rezensentin ist als Gärtnerin wie Kulturreisende hingerissen und verspürt ganz eindeutig den Wunsch, sofort aufzubrechen, um diese grünen Kunstwerke und gelebten Träume mit eigenen Augen zu sehen und dort zu spazieren. Da Steven Desmond nicht nur in italienischen Gärten unterwegs ist, sondern Interessierte auch durch die großen französischen Gärten führt, besteht vielleicht die berechtigte Hoffnung, es möge möglichst bald eine Fortsetzung geben.

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Steven Desmond
Anke Albrecht (Übers.)
Marianne Majerus (Fotos)
Gärten an den italienischen Seen
224 Seiten, 25,5 x 30,5 cm
ISBN 978-3-8369-2112-1
EUR (D) 39.95 | EUR (A) 41.10 | SFr 48.70

Herzlichen Dank an den Gerstenberg Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 


 

 

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Shakespeares Gärten

Liebe und Lust, Leidenschaft und Verrat, Tod und Vergebung – das sind die Themen, um die Shakespeares Komödien, Tragödien und Sonette wortgewaltig kreisen.
Zuschauer wie Leser ziehen sie in ihren Bann. Ob Sie wollen oder nicht, Sie lieben mit Romeo und Julia, leiden mit Ophelia und Hamlet, taumeln mit Othello und Macbeth ins Unglück oder jubilieren mit der schönen Hero und ihrem verliebten Claudio.
Heldinnen und Helden, wohlmeinende Begleiter und hinterlistige Bösewichte tummeln sich dabei im Garten, wandeln durch Wälder, sammeln Blumen und Kräuter oder erhalten aus Pflanzen gewonnene Mixturen, die sie verzaubern oder vernichten.
So erfährt Hamlet vom Geist seines Vaters, dass dieser während seines üblichen Nachmittagsschlafes im Garten mit einem Extrakt, womöglich aus Bilsenkraut gewonnen, ermordet wurde. Puck verwendet im „Sommernachtstraum“ den Saft der Stiefmütterchen als Liebesrank. Ophelia verteilt – wahnsinnig vor Trauer über den Tod ihres Vaters und aus Liebesleid – Blumen und Kräuter an vermeintlich Anwesende. Die Königin wird ihr schließlich mit den Worten „der Süßen Süßes“ Blumen aufs Grab streuen. Sanft schläft dagegen Feenkönigin Titania im schattigen Wald, der einer Traumwelt gleicht und zu verwirrenden Verwechslungen die schützende Kulisse liefert.

Wie kenntnisreich, wirkungsvoll und vertraut mit der zeitgenössischen Pflanzensymbolik, Botanik und der auf Kräutern basierenden Heilkunde der große Meister des Theaters das Publikum einst und heute mit all dem, was im Garten, Wald und auf der Flur wächst und grünt, erfreut und überrascht, vermittelt dieses liebevoll gestaltete Buch. Gleichermaßen ein „Must-have“ für Literatur- und Gartenfreunde! Denn Shakespeare war ein Pflanzenkenner und erwähnt etwa 120 Arten in seinen Stücken.

Die Autorin Jackie Bennett nimmt die Leser mit auf eine Gartenreise durch Shakespeares Gärten einst und jetzt, blickt zurück auf Lebenswelten voller Krankheiten, wo doch gegen fast jedes Leid, ein Kraut gewachsen schien. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Gartenbuchautorin, produzierte Sendungen zu den Themen Garten und Naturgeschichte, hat in England verschiedene Gartenmagazine herausgegeben und recherchierte für dieses Buch, unterstützt vom Shakespeare Birthplace Trust, bisher unveröffentlichte Dokumente. Gerne spaziert man an ihrer Seite durch die Gärten aus Shakespeares Kindheit und Jugend in und um Stratford-upon-Avon, folgt dem ambitionierten jungen Mann nach London und kehrt mit dem erfolgreichen Dichter zurück, der für sich und seine Familie Gärten mit Zier-, Nutz- und Heilpflanzen anlegen ließ.

Leichtfüßig wandelt die Autorin auf schmalen Kies- und Steinwegen zwischen sorgsam gepflegten Beeten und überquert Obstwiesen, widmet sich hier und da einer einzelnen Pflanze, beschreibt ihren Wuchs, ihre symbolische Bedeutung, ob sie in England heimisch war oder wann sie ansässig wurde und informiert über ihre pharmazeutische Substanz. Dazu zitiert sie aus Shakespeares Werken, sodass Leserinnen und Leser ganz unmerklich in die Lebenswelt des Dramatikers eintauchen.

Begleitet werden die von Anke Albrecht ins Deutsche übersetzten Texte von historischen Drucken, Gemälden und zauberhaften Gartenfotos, die Andrew Lawson, einer der renommiertesten Gartenfotografen, anfertigte. Er ist vielfach ausgezeichnet, arbeitet regelmäßig für berühmte Gartendesigner und wurde von Prinz Charles als Fotograf für sein Buch über den Park von Highgrove engagiert. Die Royal Horticultural Society verlieh ihm 1993 die Goldmedaille für Fotografie.

Wer bisher wenig auf Blumen, Kränze, Kräuter oder die lauschigen Gartenräume und Waldidyllen in Shakespeares Werken geachtet hat, sich vielmehr von der Dramatik und Leidenschaft der Gefühle, Verwirrungen und Verwechselungen hinfort tragen ließ, wird in Zukunft aufmerksam auf all die genannten Pflanzen und vorgeführten Gärten achten. Jackie Bennett gelingt es eindrucksvoll zu zeigen, wie der gefeierte Nationaldichter aus seinen Naturbeobachtungen schöpfte, um poetische Beschreibungen zu erschaffen, die die Menschen berühren, ihnen in den kleinen Nebensächlichkeiten des Alltags zugleich Schönheit und Nützlichkeit, Ängste und Gefahren vorführen.

Dieses Buch ist weit mehr als ein Gartenbuch oder ein biografisch-botanischer Begleiter zu Shakespeares Werk in Erinnerung an den 23. April 2016, da sich zum 400. Mal der Todestag des Dichters jährte. Vielmehr offeriert es eine Kulturgeschichte der Shakespeare-Zeit, die ganz nebenbei die Neugier und Reiselust weckt. Denn allzu gerne möchten begeisterte Theaterfans wie Gärtner nach der Lektüre aufbrechen, um Mary Arden’s Farm, Anne Hathaway’s Cottage, Hall’s Croft und die Gärten von Shakespeares Geburtshaus und von New Place mit eigenen Augen zu sehen. Vielleicht versetzt der Duft von Lavendel oder Veilchen Gartenbesucher dann in Titanias Zauberreich der Sinne. Dieses Buch weist auf jeden Fall den Weg.

Jackie Bennett
Anke Albrecht (Übers.)
Andrew Lawson (Fotos)
Shakespeares Gärten
194 Seiten, 23 x 27 cm
gebunden, mit Schutzumschlag, zahlreiche Abb.
ISBN 978-3-8369-2111-4
EUR (D) 29.95 | EUR (A) 30.80 | SFr 36.80

Herzlichen Dank an den Gerstenberg Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Gartenmanie

         Die Gartenmanie der Habsburger

Weit bekannt ist die Gartenleidenschaft des Sonnenkönigs, die noch heute bei einem Spaziergang durch Versailles nachempfunden werden kann. Vertraut sind Gärtner und Kunstfreunde mit der Persönlichkeit des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der als der Schöpfer des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches unsterblich wurde. Wie intensiv sich die Habsburger mit gartenkünstlerischen Fragen beschäftigten, wie umfassend sich einige von ihnen botanische Kenntnisse aneigneten und wie genussvoll manchen Familienangehörigen ein Gartenspaziergang belebte und erfreute, kann der Leser des Bandes „Die Gartenmanie der Habsburger. Die kaiserliche Familie und ihre Gärten 1792-1848“ erfahren.

Die Autoren Christian Hlavac und Astrid Göttche, beide profunde Garten- und Landschaftshistoriker, porträtieren in ihrem lesenswerten Buch zwei Generationen von Habsburgern und nehmen die Leser mit auf eine lehrreiche Reise zu jenen Gärten an Schlössern, Gütern und Sommerdomizilen, die einst Schauplätze der kaiserlichen Gartenlust waren. So widmete sich Kaiser Franz II. (I.), dessen Leben und 43-jährige Regentschaft von großen politischen Umbrüchen geprägt war, mit leidenschaftlicher Pflanzenliebe und einem tiefgehenden naturwissenschaftlichen Interesse der Gestaltung und Pflege seiner zahlreichen Gartenanlagen in Wien und dem heutigen Niederösterreich. Mit Argusaugen habe er seine Blumen gehütet, sodass keiner gewagt hätte, auch nur eine Blüte abzuschneiden, wird überliefert. Mit dem Beinamen als „Blumenkaiser“ geehrt, investierte er viel Geld in die Gestaltung, Erneuerung und Erweiterung seiner Gärten und ließ seine Kinder in Pflanzenkunde unterweisen, wie die Erziehungspläne belegen. Wie einflussreich diese Unterweisungen waren, zeigen die hier präsentierten Beispiele der Tochter Erzherzogin Marie-Louise und des Sohnes und späteren Kaisers Ferdinand I.

Auch seine Brüder Karl, Johann und Anton beschäftigten sich kaum weniger begeistert mit Botanik, Gartenbau, Gartenkunst und „Landschaftsverschönerung“. Der in der österreichischen Geschichtsschreibung wenig bekannte Erzherzog Anton besaß nicht nur wie sein kaiserlicher Bruder eine Sommerresidenz in der Kurstadt Baden bei Wien, sondern engagierte sich für deren gartenkünstlerische Ausgestaltung, sodass er als „Verschönerer“ von Baden und dessen Umgebung gewürdigt wird.
Der als „Sieger von Aspern“ verehrte Erzherzog Karl, dessen Denkmal den Wiener Heldenplatz schmückt, beschäftigte sich nach seinem Rückzug ins Privatleben nicht nur als Militärschriftsteller, sondern ebenfalls mit der Botanik. Um sein Schloss Weilburg nahe Baden ließ er eine weitläufige Gartenanlage arrangieren, die sich leider nicht bis in unsere Tage erhalten hat und von der es wenige zeitgenössische Beschreibungen gibt. Dort baute Erzherzog Karl eine einzigartige Rosensammlung auf, die nach seinem Tod von seinem ältesten Sohn Albrecht fortgeführt wurde.
Der „steirische Prinz“ Erzherzog Johann, dessen Mythos auf der unstandesgemäßen Heirat mit der Postmeisterstochter Anna Plochl beruht, widmete sich vor allem der Landwirtschaft und dem Obstanbau. Viele der von ihm angekauften Güter verwandelte er in Musterlandwirtschaften, um der ländlich-bäuerlichen Bevölkerung neue Praktiken vorzuführen und diese zur Nachahmung anzuregen.

Diese umfangreiche Darstellung basiert auf der gründlichen Recherche des fachkundigen Autorenteams, dessen gartenhistorische und darüber hinaus kulturwissenschaftliche Darstellung die Gartenleidenschaft der österreichischen Herrscherfamilie beleuchtet, die bisher noch viel zu wenig bekannt ist. Das Buch erscheint als Begleitband zur  Ausstellung „Die Gartenmanie der Habsburger“ in Baden bei Wien. Mit den zahlreichen zeitgenössischen Gemälden, Drucken, Gartenplänen und vielen aktuellen Fotografien ist das Buch ein Augenschmaus, der zu einer Gartenreise, besser noch zum Besuch der Ausstellung, die noch bis zum 1. November 2016 im Kaiserhaus in Baden gezeigt wird, inspiriert.

DIE GARTENMANIE DER HABSBURGER
Die kaiserliche Familie und ihre Gärten
1792–1848
1. Auflage, mit zahlr. Abb., 160 Seiten
ISBN: 978-3-99050-037-8
Preis: 29.95 EUR

Herzlichen Dank an den Amalthea Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


   Birne_Gartenreisen_Banderole      Romantische Gartenreisen in England

Wohin zieht es fast jeden Gartenliebhaber einmal im Leben? Keine Frage: nach England. Denn die Gärten des Inselreiches bieten Schönes, Altes, Neues und Exotisches, verführen zum Träumen und laden zum Verweilen ein. Welche Freundin, welcher Freund der grünen Kunst möchte nicht entlang an farbenfroh blühenden Rabatten schlendern, sich im Schatten alter Baumriesen niederlassen, bei Tee, Gebäck und Gurkensandwiches mit Gleichgesinnten über die eben gesehene Anlage plaudern und zum Abschluss noch einmal durch den liebevoll arrangierten Shop samt Pflanzenmarkt stöbern. Vielleicht um hier, die eine oder andere längst verzweifelt gesuchte Kostbarkeit zu erstehen.

Für all jene, die sich diese Reise bisher versagt haben, die bereits zurückgekehrt oder noch mit der Planung beschäftigt sind, ist das Buch der Staudengärtnerin und Garten-Journalistin Anja Birne ein must-have. Die ehemalige Landlust-Redakteurin begleitete seit den 1990er Jahren regelmäßig Interessierte auf Gartenreisen durch England und hat nun ihr Wissen und ihre praktische Erfahrung in dem Buch „Romantische Gartenreisen in England“ zusammengefasst.

In leicht lesbaren, informativen Texten stellt sie 45 ganz unterschiedliche Gärten in Kent, East und West Sussex, Hampshire, Cotswolds, Somerset und Cornwall vor. Anja Birne berichtet von früheren und derzeitigen Besitzern und unternimmt dabei spannende Ausflüge in die Geschichte der Gartengestaltung, wenn sie etwa über Gertrude Jekyll und die Arts-and-Crafts-Bewegung schreibt. Kenntnisreich spaziert sie durch verträumte Cottagegärten, prachtvolle Landhausgärten, verzauberte Waldgärten am Meer oder durch den Garten der Royal Horticultural Society in Wisley, um all den gartenbegeisterten Lesern die jeweilige Komposition der Anlage möglichst nahe zu bringen. Dabei beschreibt sie anschaulich die Pflanzungen von Sträuchern, Stauden, Zwiebelgewächsen oder Baumarten, hilfreich versehen mit ihren botanischen Namen.
Zauberhafte, großformatige Fotografien illustrieren dieses liebevoll gestaltete Gartenbuch. Schon nach wenigen Seiten befinden sich die Leser mitten in den reizvollsten Gartenträumen und fühlen sich zu eigenen Gestaltungen inspiriert.

Dabei führt die Gartenreise der Autorin nicht allein zu den berühmten Schönheiten, wie nach Sissinghurst oder zu den Gärten in den Cotswolds, sondern sie stellt ebenso enthusiastisch kleine Gartenparadiese vor, die oft weniger bekannt, aber für Gärtner und Genießer ebenso sehenswert sind. Für jede Region verrät Anja Birne ihre persönlichen Reisetipps, gibt Hinweise für Wanderungen, Touren, Sehenswürdigkeiten und empfiehlt charmante Tea Rooms und Country Hotels.

Ganz wie bei einem am Teetisch ausklingenden Gartenbesuch versammelt das Buch auf den letzten Seiten 30 Rezepte zum Afternoon-Tea, die durch ganzseitige Abbildungen die Lust am Gärtnern mit der zum Backen und Dekorieren zu verbinden wissen. Dieser 2016 mit dem 1. Platz beim Deutschen Gartenbuchpreis, Kategorie Bester Garten-Reisführer ausgezeichnete Band ist ein wahres Lesevergnügen für Reisende, Gärtner, reisende Gärtner und all jene mit einer Leidenschaft für England.

Anja Birne
Romantische Gartenreisen in England
Zu Besuch in den schönsten Gärten mit den besten Geheimtipps
208 Seiten, 191 Farbfotos und Zeichnungen
21,5 x 28 cm,  gebunden mit Schutzumschlag
€ [D] 39,95 / € [A] 41,10 / sFr. 53.90
ISBN: 978-3-7667-2202-7
Infos auch unter https://www.callwey.de/buecher/romantische-gartenreisen-in-england/

Herzlichen Dank an den Callwey Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Das Porträt als kulturelle Praxis

 

 

 

 

 

Es ist eine alltägliche Erfahrung. Unsere Welt vermittelt sich dem Individuum durch Bilder. Wir konsumieren Bilder über Fernsehen, Zeitungen, Plakatwände, im Vorbeifahren wie im konzentrierten Blick. Zugleich produzieren wir mittels Kamera, Notebook, Tablet oder Mobiltelefon Bilder unserer Umwelt, beauftragen andere, unsere Erscheinung etwa im Passbild festzuhalten und damit gleichsam unsere Identität zu bestätigen, inszenieren uns sogar selbst vor Objekten.
Die Liebe am Bild, vor allem am Porträt, scheint groß wie nie. Um davon überzeugt zu sein, genügt ein Blick auf Menschen vor Sehenswürdigkeiten oder auf attraktiven Plätzen. Schließlich erlaubt die Technik, die anscheinend ultimative Form der Selbstdarstellung mittels Selfie herzustellen. Im Bruchteil einer Sekunde kann ein solches Selbstporträt verschickt, betrachtet, gedeutet und beantwortet werden. Das Individuum kann über dieses Selbstbildnis, im wahrsten Sinne des Wortes, kommunizieren.

Dass dieses Verhalten eine weit zurückreichende Geschichte besitzt, auch wenn Material, Anfertigung und Konzeption sich zu heute grundlegend unterscheiden, beleuchtet der von Eva-Bettina Krems und Sigrid Ruby herausgegebene Band „Das Porträt als kulturelle Praxis“. Dabei erscheint dieser Tagungsband in der Reihe „Transformationen des Visuellen“ (Band 4) des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg.
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